Ja, lange nichts passiert hier. Liegt daran, dass ein größeres (und wirklich cooles) Diagrammprojekt von mir etwas länger dauert, kleinere derzeit nicht so furchtbar spannend wären (Sonntagsfragenvergleiche kommen wieder im September, Landtagswahlen stehen derzeit nicht an) – und dass es OpenU-mäßig ebenfalls nichts Spannendes zu berichten gibt.
In beiden Kursen habe ich jetzt alle TMAs bis auf das finale abgeschickt (kürzlich mit sage und schreibe 14 Sekunden Restzeit). Ich bin, soviel kann ich sagen, von dem Shakespeare-Kurs AA306 massiv unbegeistert, weiß aber noch nicht ganz, woran das liegt. Ich glaube, das irrsinnige Tempo macht es schwer, dabei wirklich Freude und die Lust am Vertiefen zu erfinden. Durch den Lateinkurs rase ich zwar auch ziemlich, aber da funktioniert das gut. Währenddessen, aber dazu folgt auch noch mal ein gesonderter Beitrag, bemühe ich mich seit einigen Monaten um die Anerkennung meiner bisherigen Studienleistungen an der Humboldt-Universität, und das gestaltet sich erstaunlich steinig. So sieht es unter Umständen danach aus, dass ich tatsächlich fast das komplette Studium neu zu machen habe.
Dementsprechend habe ich den Gedanken an eine Spezialisierung des B.A. (Hons) wieder aufgegriffen. Nachdem der Lateinkurs sich auch TMA-technisch sehr gut entwickelt, überlege ich tatsächlich eine klassische Spezialisierung. Ich meine, was kann man bei einem Kurs mit einem solchen Trailer noch schiefgehen?
In einem meiner Lieblings-Wise-Guys-Lieder, „Ich bin raus“, wird das Sparpaket schon als Auswanderungsgrund zelebriert. Jetzt, weit mehr als ein Jahrzehnt nach dem entsprechenden Album, aber erneut unter einer schwarz-gelben Regierung, gibt es wieder ein solch pekuniäres Versandobjekt, dass zu allerlei Diskussionen anregt, die meisten eherkritisch.
Es werden alle gesellschaftlichen Akteure (Staat, Wirtschaft, Menschen in verschiedenen Lebenslagen) gleichermaßen berücksichtigt.
Das Einsparen von Ausgaben hat Vorrang gegenüber dem Mehren der Einnahmen, der Staat soll also insgesamt schlanker werden, statt insgesamt mehr Geld umzusetzen.
Zunächst einmal die unglaublich praktische Übersicht:
Übersicht: So teilen sich die von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen auf.
Tatsächlich sagt insbesondere das Tortendiagramm: Hier werden ja alle oben genannten Segmente gefordert. Die Wirtschaft trägt insgesamt fast 29 Mrd. Euro bei, Einsparungen bei Staatsausgaben wie Verwaltung, Heer und Zinsen summieren sich auf rund 20 Mrd. Euro, gekürzt wird um gut 30 Mrd. Währungseinheiten. Weiter im Beitrag »Analysen (und Diagramme!) zum Sparpaket«
Update: Dieser beitrag basierte noch auf der Prognose zur Zusammensetzung, nicht auf der endültigen Bundesversammlung. An den Thesen (Mehrheit weder für Rot-rot-grün noch für Ampel) ändern die Verschiebungen dabei aber nichts.
Wenn Bild am Sonntag, Welt, Spiegel und Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung den von SPD und Grünen aufgestellten Joachim Gauck für den besseren Kandidaten halten, deutet dass auf einen (seltenen) guten Coup hin. Umfragen und auch der individuelle Lackmus-Test in der Twittersphäre zeigen (trotz Bedenken) eine erheblich größere Sympathie für den ehemaligen BStU. Jedoch, gewählt wird der Bundespräsident eben immer noch in der Bundesversammlung – nach der letzten Betrachtung, auch wenn diese noch mit einigen Unschärfen versehen war, ist die schwarz-gelbe Mehrheit hier satt, mit Freien Wählern zusammen erst recht.
Allerdings: Derzeit gärt es auch in einigen CDU- und FDP-Verbänden, auf regionaler und nicht zuletzt auf individueller Ebene sind daher viele „Überläufer“ ins Gauck‘sche Lager möglich. Stehen die Chancen für den Oppositionskandidaten also doch gut? Weiter im Beitrag »Bundesvollversammlung, Wulff und Gauck: Weitere Betrachtungen«
Es scheint, als ob derzeit alle auf Infografiken abführen. Also mache ich da doch einfach mal mit und erspare mir obendrein die Mühe, meine ganzen Diagramme einzeln zu screenshotten – im Nachfolgenden die Essentials zur Bundesvollversammlung, dem Organ, dass nach dem Rücktritt von Horst Köhler bald wieder zusammentreffen wird. Zahlengrundlage ist dabei wie immer das grandiose wahlrecht.de, bei election.de gibt es aber sehr ähnliche Schätzungen zur Zusammensetzung. Weiter im Beitrag »Die Bundesvollversammlung«
Von allen derzeit diskutierten Varianten in NRW, wobei auch Neuwahlen und eine Minderheitsregierungen nicht ausgeschlossen werden, scheint mir eine Große Koalition am wahrscheinlichsten [Update: Ja, das war ein Irrtum.]. Damit sähe es im Bundesrat also wie folgt aus:
Die Sitzverteilung im Bundesrat, wenn in NRW eine Große Koalition gebildet wird.
Bestimmte Projekte sind durch diese Konstellation, sollten sie eine Zustimmung der Länderkammer voraussetzen, grundsätzlich vom Tisch, weil weder die SPD noch die Grünen einer Verlängerung von Atomlaufzeiten jemals zustimmen würden.
Bei anderen Projekten, die weniger identitätsstiftend sind, kann die Bundesregierung aber punktuell Allianzen schmieden. Sie braucht zuzüglich zu den 31 Stimmen aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Sachsen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein noch mindestens vier Zustimmungseinheiten. Länder im Bundesrat können nur geschlossen abstimmen, ihre mehreren Sitze also nicht teilen. Daher enthalten sich für gewöhnlich Länder bei Abstimmungen, zu denen die jeweiligen Regierungsparteien unterschiedliche Auffassungen haben.
Heute sind Wahlen im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands. Auf dem Spiel steht die Bundesratsmehrheit der Regierung, die politische Zukunft von Jürgen Rüttgers und auch die grundsätzliche Möglichkeit der SPD, wieder Fuß zu fassen. Wie stehen die Chancen dazu, wenn man sich die Umfragen ansieht? Die letzten zehn Umfragen (wie immer vom großartigen Wahlrecht.de) geben folgendes Bild (sieht diesmal hässlicher aus, weil ich OpenOffice für die Regressionen brauchte):
Kurzes Intermezzo hier; eigentlich sitze ich ja gerade an der Quasi-Prognose für die NRW-Wahl morgen [Update: fertig!], aber das ist zu gut. Der Reihe nach: Die FDP (deren Mitglied ich einst war) hat auf Ihrer Webseite erklärt, dass die Steuerschätzung Spielraum für Steuersenkungen lasse. Eine im Vergleich unkonventionelle Perspektive.
Begleitet wird das Ganze von einer praktischen Infografik, der den Anstieg der Steuereinnahmen von 2005 (warum eigentlich ausgerchnet 2005? Ob das was damit zu tun hat, dass die Zahlen 2006-2008 im Vergleich wesentlich weniger spektakulär niedrig wären?) zu 2013 zeigt.
Der linke Balken, der die Steuereinnahmen von 2005 repräsentiert, ist 266 Pixel hoch. Bei 452 Mrd. Euro, die damit abgebildet werden, entspricht das 1,7 Mrd. Euro pro Bildpunkt.
Diagramm zu den Lantagswahlen in NRW. Weil einige der Ergebnisse knapp waren...
Allmählich wäre es Zeit, statt des in den 90er-Jahren so beliebten „Under construction“-GIFs ein „Bin gleich wieder da“-Schild an diesen Blog zu hängen., wie bei manchen Kiosken, wo sich „gleich“ als im Wortsinne dehnbarer Begriffe erweist. Ende Mai werde ich wohl etwas mehr Land sehen und dann hier wieder regelmäßiger pamphletieren.
Indes, eine Sache kann natürlich nicht warten und bedarf einer genauen Analyse: Die Landtagswahl im bevölkerungsreichsten Bundesland. Dort, wo 2005 die damals letzte rot-grüne Regierung fiel und eine halbe Stunde später Neuwahlen verkündet wurden. Wo die CDU – ein Blick auf die Geschichte zeigt, dass das lange undenkbar schien – derzeit noch eines ihrer bundesweit besten Ergebnisse hält, noch vor der CSU.
Werden die Resultate einmal zurück bis 1980 verfolgt, zeigt sich eine lange Dominanz von SPD und Grünen, die unter Bundeskanzler Schröder schmolz. Gleichzeitig ist NRW für die FDP ein schwieriges Pflaster: In drei der letzten vier Wahlen landeten Sie hinter den Grünen (deren Mitglied ich bin); die Ausnahme, 2000, war übrigens der Auftakt für das Projekt 18 bei der FDP, nachdem Jürgen Möllemann in einer großartigen Kampagne die FDP aus der Versenkung geholt hatte. Dem entsprechend lobendem Artikel der derzeitigen Landtagsfraktion ist zuzustimmen. Ich wage sogar die Behauptung, dass „NRW braucht Tempo“ als Kampagne ganz oben in einer Liga mit der Qualität der SPD-Bundestagswahlkämpfe 1998 und 2002 spielt. Ehrlich, die hatte alles: Humor, Design, eine vernünftige Webseite (die in der Waybackmachine ist leider post-Landtagswahl, und als bewusste Provokation auch Hitler. Für die Linke/PDS/WASG war, hier wird sich ein Unterschied zeigen, bis dato kein Land in Sicht.
... die Resultate auch noch einmal in Tabellenform.